SV VESTIA DISTELN 1912/27

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Jahreshauptversammlung der Jugend mit Vorstandswahlen
Freitag, den 15. November 2019, um 19:30 Uhr
Gaststätte Vangelis "Rosengarten ", Reitkamp 61, 45699 Herten

Der Ball liegt wieder bei Stadt und Vestia

Der Rat will, dass im Kunstrasen-Streit weiter verhandelt wird.

Von Frank Bergmannshoff

Herten. Mit Trillerpfeifen und Plakaten hatten mehr als 200 Mitglieder des Fußballvereins Vestia Disteln vor der Ratssitzung ihrem Ärger Luft gemacht (wir berichteten). Sie fühlen sich von der Stadtverwaltung benachteiligt und fordern ihren 100.000-Euro-Eigenantell zum Kunstrasenplatz zurück - zuzüglich Zinsen und mehr Umkleidekabinen und mehr Platz zum Trainieren.

Auf die anschließende politische Diskussion am Mittwochabend hatte die Demo jedoch keinen großen Einfluss. Zwar fielen die Politiker-Statements etwas wohlwollender und anerkennender aus, als in den vorangenen Sitzungen der Fachausschüsse. Nicht überraschend, denn es saßen ja nun Vestianer auf der Publikumstribüne. Doch in der Sache machten die Parteien keine neuen Zugeständnisse. Einstimmig spielten sie den Ball zurück an Stadtverwaltung und Verein.

„Das Problem kann nicht durch einen politischen Beschluss, sondern nur durch Verhandlungen gelöst werden“, sagte Martina Kuhardt (Linke). Ähnlich sahen das auch alle übrigen Parteien. In sechs Monaten, so eine Forderung von Stefan Grave (CDU), solle der zuständige städtische Beigeordnete Dr. Karsten Schneider einen Abschlussbericht vorlegen.

Schneider hatte bereits im Sportausschuss angeküdigt, dass an den neuerlichen Gesprächen auch der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, Wolfgang Lücke, als Vermittler teilnehmen werde. Denn in den bisherigen Verhandlungsrunden, die über Monate hinweg viele Stunden dauerten, hatte es keinerlei Annäherung gegeben.

Wie eine Annäherung im Detail aussehen könnte, wird von den Parteien unterschiedlich gesehen. Eines ist aber klar: Für das von der Vestia geforderte Komplettpaket - 100.000 Euro, Zinsen, Umkleiden, Kleinspielfeld - gibt es keine Ruckdeckung aus Politik und Stadtverwaltung.

Am deutlichsten schlug sich noch Stefan Grave (CDU) auf die Seite der Vestianer: Als Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements solle eine Erstattung der 100.000 Euro erfolgen, jedoch nicht unbedingt in bar, sondern gegebenenfalls über Sachleistungen. Es könnte zum Beispiel ein zusätzliches Spielfeld mit dem Geld verrechnet werden.

Viele freundliche Appelle

„Die Stadt müsste eigentlich gar nichts zahlen", gab Lars Radziej (UBP) zu bedenken. Vestia hat vor Jahren freiwillig einen Vertrag mit Eigenanteil unterschrieben. Wenn die Stadt jetzt den Rest des von Vestia aufgenommen Kredits übernehmen wurde, so Radziej, „wäre das ein faires Angebot“. Letztlich sei es aber Aufgabe der Stadt zu klären, in welcher Höhe eine Erstattung erfolgen soll und ob dies in Form von Geld oder Investitionen geschieht.

Die übrigen Parteien beließen es bei Appellen: Christian Bugzel (SPD) sprach sich dafür aus, dass „die Stadt sich mit dem Sportverein einvernehmlich einigt.“ Martina Ruhardt (Linke) sagte: „So geht man mit einem Verein nicht um. Stadt und Verein müssen einen guten Kompromiss finden." Martina Hertmann (Grüne): „Höhe und Art der Erstattung soll Dr. Schneider klären. Der Verein soll sich verstanden fühlen.“


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