SV VESTIA DISTELN 1912/27

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Keine Lösung im 100.000-Euro-Streit

In der Kunstrasen-Diskussion gibt es ganz unterschiedliche Positionen.

Von Frank Bergmannshoff

Disteln - Die politischen Gremien der Stadt Herten beschäftigen sich aktuell mit den Sportplätzen. Bisher bestand die Hoffnung, im Zuge dessen auch die Distelner „Kunstrasen-Kuh“ vom Eis zu holen. Doch inzwischen zeichnet sich ab, dass dies bis zur Ratssitzung am Mittwoch nicht gelingen wird. Zu groß sind die Meinungsunterschiede zwischen Stadt und Fußballverein Vestia Disteln sowie innerhalb der Politik.

Wie berichtet, geht es um Entschädigungsforderungen von Vestia Disteln. 2014 beschloss der Hertener Rat, dass alle Vereine, die sich einen Kunstrasenplatz wünschen, 100.000 Euro beisteuern müssen. Die Distelner unterschrieben den Vertrag und nahmen einen Kredit über zehn Jahre auf. Der Knackpunkt: Sie sind bis heute der einzige Verein, bei dem diese Regelung umgesetzt wurde. Zuvor hatte Blau-Weiß Westfalia Langenbochum Kunstrasen ohne Zuschuss erhalten. Später bekam der SV Westerholt künstliches Grün ohne Eigenbeteiligung. Auch die DJK Spielvereinigung sowie der SC Herten werden für ihre geplanten Plastikplätze nicht zahlen müssen. Denn inzwischen gibt es dafür Fördergeld vom Land. Das fließt aber nur, wenn die Stadt nicht noch die Vereine „anzapft“.

Bei den Distelnern sitzt der Frust, als einziger Verein zahlen zu müssen, tief. Der Vorstand fordert die 100.000 Euro zurück - zuzüglich 20.000 Euro für Zinsen usw. Die Stadtverwaltung weist diese „Maximalforderung“ zurück, betont der zuständige Beigeordnete Dr. Karsten Schneider immer wieder - zuletzt am Dienstag im Sportausschuss des Rates. Seit Monaten ringe man bereits um eine Lösung - vergeblich.

Auch in der Politik gehen die Meinungen auseinander. Im Ausschuss plädierte CDU-Ratsherr Reinhard Piwek für die Rückzahlung in voller Höhe. Für die SPD wollte Christian Bugzel so weit nicht gehen. Es solle eine „einvernehmliche Lösung“ und eine „adäquate Entschädigung“ geben, doch die Höhe müsse noch verhandelt werden. Bugzel betonte, dass Vestia den Vertrag freiwillig zu den bekannten Bedingungen unterzeichnet habe. Dass sich später die finanziellen Rahmenbedingungen verändert haben, ändere daran nichts. Auch Karsten Schneider sah keine rechtliche, sondern höchstens eine „moralische Verpflichtung“, dem Verein entgegenzukommen.

Zu mehr als einer Absichtserklärung wird es voraussichtlich in der Ratssitzung (9.10., 17 Uhr, Rathaus) nicht kommen. Im Sportausschuss kündigte Karsten Schneider an, es solle danach ein Gespräch mit dem Vestia-Vorstand und dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes, Wolfgang Lücke, geben, bei dem weiter ein Konsens gesucht werde.


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