SV VESTIA DISTELN 1912/27

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Es geht um weit mehr als um Geld!

Leserbrief zum Artikel „Vestia will die 100.000€ zurück“ (<-LINK)

Die Umsetzung des Ratsbeschlusses von 2014, der ja unter der Prämisse der Gleichbehandlung aller Vereine vom Rat beschlossen wurden ist, mit dem Zusatz, dass weiterhin geprüft werden soll, ob Fördermittel akquiriert werden können, ist nur eine Facette des Begehrens des SV Vestia Disteln.

Um die Gleichbehandlung zu erreichen, müssen Lösungen gefunden werden. Dass erst der Verein auf die Stadt zugehen muss um dieses zu thematisieren, ist gewiss "unglücklich". Dass "Angebot" der Verantwortlichen, welches in der Schlussfolgerung bedeutet, dass Mitglieder und Sponsoren ca. 85.000€ - 90.000€ bezahlen müssen und andere Vereine nichts, ist unzureichend und hat mit „Gleichbehandlung“ nun wirklich nichts gemein. Auf welcher verwaltungsrechtlichen Grundlage dieses „Angebot“ ruht entzieht sich meiner Kenntnis. Eine Lösung muss gefunden werden, zur Gleichbehandlung aller Vereine, auch für zukünftige Entscheidungen. Was, wenn für SC Herten keine Fördermittel zur Verfügung stehen? Sind dann wieder 100.000€ fällig?

Der Vorstand des SV Vestia Disteln ist verpflichtet die Interessen der Mitglieder zu wahren. Ob ein "Angebot" der Stadt eine ausreichende Gleichbehandlung darstellt oder eine Lösung auf dem Wege des Verwaltungsrechtes erzielt werden muss sollten die Mitglieder dann entscheiden. Vielleicht aber auch die nächst höhere Verwaltungsbehörde. Denn wenn Ratsentscheidungen, aus welchen Gründen auch immer, nicht umgesetzt werden. wird nach meiner Auffassung gegen geltendes Recht verstoßen und einem regieren nach „Gutsherrenart“ Tür und Tor geöffnet. Da ich in Sachen Verwaltungsrecht ein Laie bin, lasse ich mich aber auch gerne eines Besseren belehren. Wie sieht eigentlich der Rat dieses Vorgehen?

Die Verquickung mit der Thematik der dringend benötigten verbesserten Infrastruktur verbietet sich von selbst. Dass die Vestia zusätzlich noch 2.000€ für die Errichtung einer Barriere dazu zahlen musste ist nur eine weitere Randnotiz. Mich würde im Sinne der Gleichbehandlung aller Vereine jedoch interessieren, ob auch andere Vereine für die Errichtung von Barrieren zuzahlen mussten. Ich hätte für das Geld z.B. lieber Bälle und Trainingsmaterial gekauft.

Dieses ist aber nur ein Thema von vielen welches die ehrenamtliche Tätigkeit nicht gerade einfach macht.

Seit ca. 10 Jahren begleite ich die Bemühungen des SV Vestia Disteln um auf der überfüllten Sportanlage Verhältnisse zu schaffen, die für 2 große Vereine (LA Herten / SV Vestia Disteln) auskömmlich sind.

Schon vor dem "Angebot" der Stadt Herten, dass ein Kunstrasenplatz errichtet wird, wenn z. B. Vereine Fusionieren und eine Sportanlage aufgegeben wird, hat der SV Vestia Disteln den Verantwortlichen der Stadt dargelegt, dass die Platzverhältnisse in Disteln völlig unzureichend sind und um Lösungsmöglichkeiten gebeten. (Nachzulesen u. a. im gemeinsamen Positionspapier des LA Herten und des SV Vestia Disteln aus dem Jahre 2010, siehe Anhang). Eine Fusion wäre aus Platzgründen gar nicht möglich gewesen. Somit ein "Angebot", dass keines war.

Übrigens, wer der Ansicht ist, dass der SV Vestia Disteln den gleichen prozentualen Anteil bei der Aufgabe der Sportanlage in Disteln und der damit verbundenen Bebauung des ehem. Sportplatzes und des anliegenden Bolzplatzes (geschätzt ca. 9.000m²) erhalten hat wie er bei der Fusion von Scherlebeck und Langenbochum geflossen ist, der irrt gewaltig.

Schon vor Errichtung des Kunstrasenplatzes waren auf der Sportanlage über 200 Kinder und Jugendliche aktiv. Auf staubiger Asche im Sommer und Pfützen und Matsch im Herbst. Zurzeit sind es mehr als 250 Kinder und Jugendliche. Ein großer Erfolg der Jugendabteilung, mit viel Arbeit und Engagement verbunden. Doch seit langen haben wir Verhältnisse, die schon weit über dem erträglichen für alle ehrenamtlichen Tätigen liegen. Der Kunstrasen hat gewiss die Trainingsbedingungen verbessert aber es gibt keinen Quadratmeter mehr an Trainingsfläche.

Schon in den Gesprächen 2010 wurde die Errichtung eines Kleinspielfeldes gegenüber der Sportanlage diskutiert. Eine Prüfung sollte erfolgen. Es tat sich nichts.

Auch in Gesprächen zu den Sportstättenkonzepten 2014, 2016 und 2018/19 haben die Verantwortlichen des SV Vestia Disteln immer wieder mit Zahlen, Fakten, Statistiken und sachlichen Argumenten den Bedarf der dringend benötigten Errichtung von zusätzlichen Trainingsflächen, Umkleiden und Lagerflächen dargelegt (alles transparent auf der Homepage nachzulesen). Ein Konzept oder einen Vorschlag der Verantwortlichen der Stadt Herten gerade in Bezug auf die fehlenden Trainingsflächen ist nicht zu erkennen.
Das jetzt, nach den LA Herten und Vestia Disteln ein Konzept für die Sportanlage erarbeitet und der Politik und der Öffentlichkeit vorgestellt haben, nachdem einige Anregungen daraus in den Sportstättenkonzept (dringender Handlungsbedarf in Sachen Sportfläche) eingeflossen sind, dieser dringende Bedarf vom Rat bestätigt wurde und der Rat beschlossenen hat die Prüfung der sofortigen Umsetzung zu veranlassen, dass jetzt nach 10 Jahren Diskussion und der Beschlussfassung des Rates 2019 die Stadt den "Joker" Parkplätze zieht, ist gelinde gesagt nicht mehr nachvollziehbar. Ist es rechtlich überhaupt möglich und zulässig, mit diesem „Joker“ einen Ratsbeschluss auszuhebeln?

Hätten wir das vor 10 Jahren gewusst. Wie viele Stunden Diskussion und Konzepterstellung hätte das erspart. Danke für die gute Zusammenarbeit. Meine Verunsicherung bezüglich der Glaubwürdigkeit und Nachvollziehbarkeit von Aussagen und Entscheidungen der Stadtverwaltung ist leider in den letzten Jahren immer mehr gestiegen.

Zur Erläuterung. Für die Maßnahme der Errichtung eines Spielfeldes (D-Jugend Größe) an der Sportanlage an der Fritz-Erler Straße sieht die Verwaltung dringenden Handlungsbedarf. Verweist aber auch auf eine Flächenproblematik. Da alle anderen Maßnahmen im Sportstättenkonzept mit einem Datum für den Planungsbeginn versehen sind, diese Maßnahme aber nicht, stellt Ratsherr Bugzel in der Sitzung die Frage, wie denn dringender Handlungsbedarf zu verstehen sei. Der damals Zuständige Leiter Peter Brautmeier antwortet auf diese Frage sinngemäß so, dass nach Prüfung der Flächenproblematik (Größe, Bebaubarkeit…), wenn diese positiv verläuft so schnell als möglich die Maßnahme umzusetzen ist. Als wir ca. 3 Monate nach dem Ratsbeschluss bei der Stadt nach dem Stand der Dinge fragten wurde uns mitgeteilt, dass die Stadt keine Prüfung der Fläche vornehmen wir da die Fläche für den Fall der Sanierung der Rosa-Parks-Schule als Parkfläche benötigt wird. Abgesehen davon, dass wir diese Information erst auf Nachfrage erhielten wäre auch in diesem Fall eine verwaltungsrechtliche Prüfung der Vorgehensweise von Interesse. Eine Stellungnahme des Rates gibt es dazu nach unserer Kenntnis nicht.
Auf unsere Nachfragen, wie viele Parkplätze benötigt werden, wann genau die Parkfläche benötigt wird und ob Alternativen geprüft wurden haben wir übrigens keine Antwort erhalten. Auch die Frage ob Alternativen für die dringend benötigte Spielfläche (Größe D-Jugend Fläche) geprüft wurden, wurde uns nicht beantwortet.

Im Sportstättenkonzept 2014 wurde der Bedarf an Trainingsfläche, Umkleiden und Lagerfläche noch einmal sehr deutlich und anschaulich von den Verantwortlichen des SV Vestia Disteln aufgezeigt. Dieser Bedarf ist aber nicht in das Sportstättenkonzept 2014 eingeflossen mit der Argumentation, die Stadt plane eine "große Lösung" mit SC Herten und Disteln und der Ausgliederung von LA Herten.

Somit sieht die Ratsvorlage keine Maßnahmen in dieser Richtung vor und die Ratsmitglieder könnten den Eindruck gewonnen haben, an der Fritz-Erler Straße ist alle OK. Wie sich dann in Gesprächen in 2019 herausstellte, haben die Mitglieder des Rates von den „Ideen“ der Stadt und diesem Vorgehen nichts gewusst. Dieses wurde auf einer Sitzung von den anwesenden Ratsmitgliedern und der Politik auf Rückfrage eines Moderators der Stadt bestätigt und sollte auch so ins Protokoll aufgenommen werden. Im Protokoll fand sich dann jedoch zu dieser Tatsache nichts wieder und unsere mehrfache Nachfrage um Ergänzung des Protokolls wurden nicht beantwortet. Dazu kann sich jetzt jeder selbst seine Gedanken machen…

Ach ja, da war doch noch der Ratsentscheid von 2014, dass auf dem Rasenplatz in Disteln in 2019 eine Bewässerungsanlage errichtet werden soll. Eingestellt in den Wirtschaftsplan für 2019. Bevor das Jahr sich dem Ende zuneigt wäre eine Info über den Sachstand interessant.

Schon 2016 wurde u. a. von einem externen Gutachter bestätigt (die Verantwortlichen der Stadt haben es bis dahin bestritten…), dass die Sportanlage an der Fritz- Erle Straße die einzige Sportanlage ist, die zu über 100% ausgelastet ist. Teilweise müssen sich mehr als 100 Kinder eine Trainingsfläche teilen, bis zu 6 Mannschaften gleichzeitig trainieren. Dieses ist den Verantwortlichen der Stadt Herten lange bekannt. Konzepte zur Verbesserung dieser unzureichenden Situation sind uns bis dato nicht bekannt.

Mittlerweile fordert nicht nur der SV Vestia Disteln sondern auch andere Vereine mehr Transparenz bei den Entscheidungen der Stadt. Nach welchen Kriterien werden Entscheidungen getroffen? Welche für alle Vereine nachvollziehbaren Prämissen werden für Entscheidungen herangezogen? Welche Prioritäten setzen die Verantwortlichen der Stadt? Dieses alles ist den Verantwortlichen der Vereine nicht bekannt. Der Ruf nach Transparenz wird lauter.

Die Vereine benötigen für eine zukunftsorientierte Vereinspolitik Klarheit und Sicherheit. Transparente und für alle beteiligten nachvollziehbare Kriterien wären ein richtiger Schritt in die Richtung für mehr Zusammenarbeit zum Wohle der Kinder, Jugendlichen und Bürger der Stadt.

Für die Sportanlage an der Fritz-Erler Straße ist dieses nicht zu erkennen. Da gehen wohl Parkplatz vor Spielflächen, ohne Prüfung und zu einem Zeitpunkt, der für die Verantwortlichen der Stadt gerade passt.

Vielleicht hat dieser Vorgehen ja auch etwas Gutes. Wenn eine ordentliche Parkfläche entsteht kann diese ja vielleicht auch zum Training genutzt werden.... wo sollen die Kinder denn sonst spielen?

Es geht um weit mehr als um Geld. Es geht um transparente und nachvollziehbare Entscheidungen für alle Vereine, es geht um Gleichbehandlung, es geht um die Verlässlichkeit von Ratsentscheidungen, es geht um das Vertrauen in politische Gremien und in die Politik und, dieses darf nicht vergessen werden, es geht um die Zukunft Hertener Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Ihren Sport ausüben wollen.

Mit sportlichen Grüßen
Peter Postus


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