SV VESTIA DISTELN 1912/27

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Rückkehr zum alten Sportstättenkonzept wirft Fragen auf

Bericht HA vom 19.09.2018:
Rat kippt das städtische Sportstättenkonzept

Kein Leichtathletik-Stadion - bestehende Anlagen werden saniert

Herten. (BMH) Bürgermeister und Stadtspitze hatten das Wochenmarkt-Debakel kaum realisiert, da kassierten sie in der gestrigen Sonder-Ratssitzung direkt die nächste „Klatsche“. Einstimmig erklärten die Ratsmitglieder das Sportstättenkonzept inklusive Leichtathletikstadion im Backumer Tal für null und nichtig. Es gilt jetzt wieder die 2014 vom Rat beschlossene Planung.

Diese sieht unter anderem vor, dass auf der Sportanlage „Über den Knöchel“ eine neue Laufbahn gebaut wird und dass die Bertiicher Sportanlage nicht aufgegeben, sondern modernisiert wird. Die 2014er-Planung sieht aber auch vor, dass die Zukunftsfähigkeit und mögliche Aufgabe der Sportanlage Paschenberg geprüft wird.

SPD. Grüne und UBP betonten den hohen Wert der dezentralen Sportanlagen und dass Veränderungen nur im Konsens mit den Vereinen erfolgen dürften. Es waren aber Martina Ruhardt (Linke) und Stefan Grave (CDU), die sehr detailliert und kritisch analysierten. wie die Stadtverwaltung schon unter Bürgermeister Uli Paetzel und jetzt unter Fred Toplak nicht das dezentrale Konzept von 2014 umsetzte, sondern 2015 - ohne Beteiligung von Politik und Öffentlichkeit - eine teure Machbarkeitsstudie für ein Leichtathletikstadion im Backumer Tal in Auftrag gab und die Ergebnisse jahrelang geheim hielt - bis Fachbereichsleiter Peter Brautmeier die Studie am 7. September 2018 auf Druck von Ratsfiau Ruhardt herausgab.


Aufgrund dieser Entscheidung werfen sich gerade für den SV Vestia Disteln viele Fragen auf, die Peter Postus formuliert hat:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

der heutigen Ausgabe der Hertener Allgemeinen habe ich entnommen, dass im Rat der Stadt Herten entschieden worden ist die Beschlüsse zum Sportstättenkonzept von 2014 umzusetzen. Dieses ruft bei mir, als Teilnehmer der Gespräche von 2014 und auch als Teilnehmer der Gespräche 2016 ff.  für den SV Vestia Disteln, viele Fragen auf.

1.) Was bedeutet der Beschluss konkret für die Entwicklung der Sportstätte „Fritz-Erler Straße“?

2.) Bei den Gesprächen zum Sportstättenkonzept 2014 wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der Vereine SV Vestia Disteln und SC Herten „erst einmal“ außen vor gehalten, weil die Stadt eine „größere Lösung“ prüfen wollte. Nach Prüfung sollten dann Maßnahmen für beide Vereine in das Sportstättenkonzept mit einfließen. Dieses ist jetzt über 4 Jahre her. Welche Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Infrastruktur gibt es für diese beiden Vereine?

3.) In wie weit werden die Erkenntnisse der Gespräche der letzten Jahre zum Sportstättenkonzept bei dieser Entscheidung berücksichtigt? Als Teilnehmer für den SV Vestia Disteln kann ich erklären, dass der Verein sehr viel Zeit und Arbeit für die Aufnahme der Daten und Fakten zum Sportstättenkonzept aufgewandt hat. Die Erkenntnisse, gerade bezüglich der Auslastung oder genauer ausgedrückt der Überlastung der Sportstätte „Fritz-Erler Straße“ ist eine Tatsache, die beim Beschluss von 2014 nicht vorlag. Somit stellt sich mir die Frage, wofür wir diese Zahlen und Fakten zusammengetragen haben und wie diesen Fakten jetzt Rechnung getragen wird?

4.) In wie weit wird der Antrag des SV Vestia Disteln vom Februar 2018 (s. Anlage) berücksichtigt? Der Vorstand des SV Vestia Disteln hat einen Antrag zur dringend notwendigen Errichtung von Kabinen, Lagerräume und zusätzlicher Spiel- und Trainingsfläche gestellt. Auch dieses wurde beim Sportstättenkonzept 2014 nach meinen Kenntnissen nicht berücksichtigt.

5.) Wie wird im Sportstättenkonzept 2014 die Problematik der „Wurfdisziplinen“ berücksichtigt? Die jetzige Situation ist für alle Beteiligten mehr als unbefriedigend. Es muss nur ein Sportler mit einem Speer oder Diskus am Rasenplatz trainieren und 7.000m² Rasen und dringend benötigte Trainingsfläche kann von anderen Sportlern nicht genutzt werden.

Ein „zurück zum Sportstättenkonzept 2014“ kann nach meiner Meinung nicht die Lösung der vielfältigen Probleme der Sportvereine sein, beinhaltet keine „Zukunftsfähigkeit“ und wird der jetzigen Situation der Vereine nicht gerecht. Vielen ehrenamtlich tätigen Bürger in den Vereinen müssen Sicherheit für Ihre Handeln und ihre Entscheidungen zur Ausrichtung der Vereine haben. Dieses sollte so schnell wie möglich stattfinden. Es sind schon zu viele Jahre ins Land gegangen und die Situation gerade für den SV Vestia Disteln hat sich von Jahr zu Jahr verschärft. Mit mittlerweise 14 Jugend- und 4 Seniorenmannschaften ist ein leistungsgerechte Training aufgrund der nicht zur Verfügung stehenden Sportfläche kaum noch möglich, die Kabinen und Lagersituation bedarf seit Jahren (Jahrzehnten) einer angemessenen Verbesserung. Vergleiche mit der Ausstattung der Sportanlage im Katzenbusch verdeutlichen dieses eindrucksvoll. Für die Nutzung von zur Zeit 15 Mannschaften (DJK Spielvereinigung Herten 13 Mannschaften und DTSG Herten 2 Mannschaften) werden folgende Räumlichkeiten errichtet:

  • 6 Kabinen
  • 2 Schiedsrichterräume
  • 2 Geschäftszimmer
  • 2 Aufenthaltsräume
  • 3 Lagerräume
  • 1 Verkaufsstelle
  • Öffentliche Toiletten und 1 Behinderten-WC

An der Fritz-Erler Straße liegt alleine der SV Vestia Disteln mit 18 Mannschaften schon über den Bedarf der Kapazität die im Katzenbusch entsteht. Hinzu kommen die Nutzungen der LA Herten, der Betriebssportgemeinschaft der Vestischen, des Hertener Gymnasiums und der Rosa-Parks-Schule. Wie wird dieser Bedarf und diese Fakten im Sportstättenkonzept 2014 berücksichtigt?

Als Bürger der Stadt Herten und Mitglied des zur Zeit wohl größten und mannschaftsstärksten Fußballverein in Herten kann ich nicht nachvollziehen, dass es bei allen Beteiligten die Erkenntnis gab, dass die Beschlüsse des Sportstättenkonzeptes von 2014 die Situation und Problematiken der Sportvereine auch im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit nicht wiederspiegelt, jetzt aber wieder umgesetzt werden sollen. Wir haben jetzt 4 Jahre diskutiert, Daten und Fakten geliefert, eine gute Grundlage für ein sachliches und bedarfsgerechtes Sportstättenkonzept erarbeitet. Diese soll alles „umsonst“ gewesen sein? Jetzt wieder zurück zu einem Konzept von 2014 ohne Berücksichtigung der neu gewonnenen Erkenntnisse? Ich kann diese nicht nachvollziehen und bitte um Erläuterung. Ich lade auch jeden Entscheidungsträger gerne einmal ein sich den Trainingsbetrieb des SV Vestia Disteln anzusehen und mit den dort tätigen ehrenamtlichen ein Gespräch zu führen. Ich persönlich kann auf jedem Fall sagen, dass ich viele Gesichter die ich im Rat der Stadt Herten gesehen habe und die über ein Sportstättenkonzept entscheiden in den letzten Jahren nicht auf unserem Sportplatz gesehen haben und somit auch kein Gedanken- und Meinungsaustausch stattgefunden hat.

Des Weiteren bitte ich um Erläuterung des Konzeptes für die Kostenbeteiligung der Vereine an Infrastrukturmaßnahmen.

Hintergrund:
Der SV Vestia Disteln hat eine Anfrage an das Sportamt bezüglich der Beteiligung von Vereinen an Infrastrukturmaßnahmen gestellt. Anbei in der Anlage das Antwortschreiben. Auf Grundlage der Antwort stellt sich mir die Frage der Gleichbehandlung bzw. Ungleichbehandlung von Sportvereinen.

Bei den 3 „Modellen“ , die im Antwortschreiben geschildert werden ist die Variante des SV Vestia Disteln die einzige Variante bei der ein Verein Eigenkapital einbringen müsste um einen Beitrag zu einer Modernisierung einer städtischen Anlage zu tragen. Nach meiner Meinung gibt es hier eine Ungleichbehandlung von Sportvereinen. Der SV Vestia Disteln sollte die aufgewendeten finanziellen Mittel (inkl. Zins) zurück erhalten.

Begründung:
Variante 1: Die Aufnahme von Westfalia Scherlebeck war eigentlich nur bei der SG Langenbochum möglich. Die Begründung, man hätte damals dieses „Angebot“ allen Vereinen gemacht ist sachlich richtig. Jedoch hatte z. b. der SV Vestia Disteln schon zum damaligen Zeitpunkt nicht die Kapazitäten (Trainingsfläche, Kabinen, Lagerräume…..) um einen weiteren Verein auf der Sportanlage an der Fritz Erler Straße aufzunehmen. Mit der LA Herten ist ja schon einen zweiten Verein auf der Platzanlage. Unter den gegebenen Umständen war es somit über nicht möglich dieses „Angebot“ anzunehmen. Die Informationen, dass die Platzanlage Fritz-Erler Straße nicht die Kapazität hatte einen weiteren Verein zu integrieren müssten auch die Verantwortlichen der Stadt Herten gehabt haben. Auch eine Erweiterung der Spiel- und Trainingsfläche wurde uns bei mehreren Anfragen und Terminen immer als nicht möglich dargestellt. Somit konnte diese Variante vom SV Vestia Disteln nicht weiter verfolgt werden.

Variante 2: Der SV Westerholt hat die Möglichkeit, ihren Eigenanteil von 100.000€ in Form von „Arbeitsstunden“ abzuleisten. Diese Möglichkeit wurde vom SV Vestia Disteln im Rahmen der Verhandlungen mit der Stadt Herten mehrfach angesprochen. Leider wurde uns diese Vorschlag immer negativ beschienen. In Westerholt ist es jetzt wohl möglich. Somit sehen ich hier eine eindeutige Ungleichbehandlung von Sportvereinen. Was in Westerholt gilt sollte auch in Disteln, Langenbochum, im Katzenbusch am Paschenberg oder in Bertlich möglich sein.

Wie sehen die Entscheidungsträger im Rat diese Sachverhalte? Wie soll zukünftig verfahren werden? Wie sollen zukünftige Investitionen bewertet werden? 100.000€ Eigenbeteiligung für einen Kunstrasen mit einem Investitionsvolumen  von ca. 300.00 – 500.000€, 100.000€ Eigenbeteiligung für eine Laufbahn mit einem Investitionsvolumen von > 1 Mio. € oder aber dann doch „Eigenleistung“ für die Vereine? Wie wäre die Entscheidung, wenn der SV Vestia Disteln eine weitere Eigenleistung von 100.000€ jetzt sofort zusagen würde? Wird dann ein weiterer Kunstrasenplatz auf der Sportanlage „Fritz-Erler Straße“ errichtet?

Ich bitte um Erläuterung der Entscheidung im Rat der Stadt Herten, der sachlichen Begründung und der dabei berücksichtigten Fakten.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Postus


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