SV VESTIA DISTELN 1912/27

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Seniorenberichte

Ohne Spektakel geht‘s beim SV Vestia nicht

Einfach mal schmucklos 2:0 gewinnen? Nicht mit Vestia Disteln. Die Mannschaft von Trainer Jörg Breski bietet auch beim SC Hassel einen Bezirksliga-Nachmittag mit viel Spektakel.

von Thomas Braucks

Da liegen sich alle Hertener am Lüttinghof in den Armen: Vestia Disteln feiert kurz vor der Pause den Trefferzum 3:2,
Hassels Spielertrainer Calogero Cavaleri (links) zieht frustriert ab. © Thomas Braucks

Vestia Disteln ist mutmaßlich nicht die beste Mannschaft der Bezirksliga 14. Siehe TSG Dülmen. Aber in Sachen Unterhaltung macht der Truppe von Jörg Breski so schnell keine andere Elf der Klasse etwas vor. „Fußball soll ja auch in erster Linie Spaß machen“, befand der Trainer nach dem 5:2-Erfolg beim SC Hassel trocken. Aber muss es gleich so viel Spaß sein?

Der Witz ist: Eine cleverere Mannschaft als der SV Vestia hätte am Lüttinghof schon nach 20 Minuten für eine Vorentscheidung gesorgt. Nicht so die jungen Wilden aus Disteln. Die Gäste waren mit dem Anpfiff schneller, zweikampfstärker, spielfreudiger. Mit einem Wort: klar besser. Und sie spielten Chancen heraus. Philipp Müller, Timo Schmidt, Miguel Cornelius oder Niklas Trakowski: Sie alle hatten den Ball in bester Position auf dem Schlappen, schossen aber vorbei oder scheiterten an Hassels Torhüter Luca Klein. Dann endlich schloss Cornelius einen sehenswerten Konter mit einem noch sehenswerteren Lupfer ab: Über Klein flog der Ball ins Tor – 0:1 (18.).

Gastgeber stellen Spiel auf den Kopf

Der nächste Treffer schien eine Frage der Zeit. Stattdessen machte der SV Vestia das Spiel spannend. Die Gäste versuchten Fußballkunst, wo ein klares Abspiel oder ein entschlossenes Tackling nötig gewesen wären. So konnte Maurice Hövel zum 1:1 einschießen und den SC Hassel aufwecken (26.).

Nicht dass Vestia nun keine Chancen mehr gehabt hätte: Jederzeit lag ein Treffer der Gäste in der Luft. Bei Timo Schmidts fulminantem Solo in der 39. Minute etwa. Das zweite Tor fiel aber auf der anderen Seite: In der 43. Minute nahm Kapitän Tomanek in der Distelner Hälfte Anlauf und durfte auch noch unbedrängt mit einem Schuss hoch ins Eck abschließen: 2:1.

„So machen wir den Gegner heiß“

„Das geht natürlich so nicht. Wir sind doch die bessere Mannschaft. Mit solchen Aktionen machen wir den Gegner heiß. Völlig unnötig“, kommentierte Vestia-Trainer Breski. Aber: So unvermittelt, wie seine Elf den SC Hassel einlud, so prompt kam sie wieder zurück: Philipp Müller trat einen Eckball mit Wucht und Schnitt an den „Fünfer“, Kevin Kenzlers touchierte ihn mit dem Kopf – 2:2.

Und als in der Nachspielzeit Kevin Gola einen Freistoß in den Strafraum schickte, löste das den nächsten Großalarm beim SC aus: Tomanek wollte „löschen“, traf mit seinem mächtigen Hieb aber Miguel Cornelius, der nachsetzte – und von dessen Fuß flipperte die Kugel ins Tor. 2:3 – hochverdient zur Pause. Aber das hätte Vestia einfacher haben können.

Cornelius sorgt für die Entscheidung

Breskis Worte in der Pause kamen offenbar bei seinen Kickern an. Die zweite Hälfte geriet weniger spektakulär. Ein paar Eckbälle flogen noch in den Distelner Strafraum. Zwei-, dreimal musste Torhüter Jonas Weeke zufassen. Ansonsten arbeitete Vestia an der Vorentscheidung. Die fiel in der 63. Minute per Freistoß: Philipp Müller zirkelte den Ball vom Flügel hart und flach vors Tor, Miguel Cornelius war zur Stelle – 2:4.

Mit seinen Saisontreffern vier, fünf und sechs sprang der offensive Mittelfeldmann auf Platz zwei in der Torschützenliste der Bezirksliga 14. Ganz oben thront Philipp Müller, der nach zwei Assists in Hassel auch noch sein Tor erzielte. Ein Tor, das eigentlich Daniel Koseler gehört hätte: Den Schuss des Mittelfeldspielers stoppte SC-Kapitän Tomanek mit der Hand. Der Gelsenkirchener sah Rot – Müller legte sich den Ball auf den Punkt und vollstreckte in der 89. Minute zum 2:5.

SV Vestia Disteln: Weeke – Altehage, Gola, Sellinat, Trakowski (31. Schmitz), Kenzlers, Koseler, Hahnenkamp (75. Gruber), Cornelius (78. Schramm), Schmidt (84. Cmelenko), Müller

Im nächsten Augenblick schlägt der Ball ein: Miguel Cornelius (links) trifft zum 4:2 für den SV Vestia.
Die Entscheidung. © Thomas Braucks

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