SV VESTIA DISTELN 1912/27

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Seniorenberichte

Liebe auf den zweiten Blick

DISTELN. „ Goldene Hochzeit“ beim SV Vestia Disteln 1912/27: vor 50 Jahren wurde fusioniert. Wegen der Corona-Pandemie ist aber vorerst keine Feier in Planung.

Von Michael Steyski

Der Volksmund sagt bekanntlich, dass man Feste feiern soll, wie sie fallen. Das geht natürlich in Zeiten der Corona-Pandemie nicht. Ob der Verein SV Vestia Disteln die Fusion aus dem Jahr 1971, die sich somit zum 50. Mal jährt, feiern kann, steht noch in den Sternen.

„Ich habe es gar nicht auf dem Plan, dass wir in diesem Jahr ein Jubiläum feiern“, war Peter Postus, zweiter Vorsitzender, schon ein wenig überrascht, als ihn unsere Zeitung auf die Fusion ansprach.

Was ist alles so vor 50 Jahren passiert? 1971 wurde die Fernsehsendung „Die Sendung mit der Maus“ erstmals ausgestrahlt. Walter Ulbricht trat als Erster Sekretär des Zentralkomitees der SED zurück. Sein Nachfolger wurde ein gewisser Erich Honecker. Der deutsche Unternehmer Theo Albrecht (Aldi) wurde von Heinz Joachim Ollenburg und Paul Kron entführt. Von Ray Tomlinson wurde die erste E-Mail verschickt. Und Meister der Fußball-Bundesliga wurde Borussia Mönchengladbach.

Laut Chronik war es der 26. Juni 1971, als die beiden Vereine DJK Vestia Disteln und der SV Disteln eine Ehe eingingen. Der neue Vereinsname: SV Vestia Disteln 1912/27, der auch heute noch Bestand hat.

Zum ersten Vorsitzenden des Fusionsvereins wurde Ludwig Nawa gekürt. Es war keinesfalls eine Liebe auf den ersten Blick. Noch gut an die alte Zeit kann sich Heinz Muhs erinnern. Dieser war früher insgesamt 22 Jahre Vorsitzender der Tischtennis-Abteilung der DJK Vestia Disteln. In Disteln gab es damals nur einen Sportplatz, am Spanenkamp. Dieser platzte förmlich aus allen Nähten. „Beide Vereine hatten so sechs, sieben Teams. Es war eine Katastrophe“, meint Heinz Muhs, früher stellvertretender Bürgermeister aus der CDU. Die Überlegung war, in einem Ortsteil einen großen Verein zu gründen.

Einer der entscheidenden Männer im Hintergrund war Erich Michalzik, früher Kartoffel-Großhändler. „Er war eine gestandene Persönlichkeit“, sagt Siggi Psonka, der 1969 als Spieler mit dem SV Disteln Fußball-Stadtmeister auf dem Feld wurde. „Wir haben 1969 nur in der 2. Kreisliga gespielt, waren bei den Titelkämpfen der klassentiefste Verein“, erinnert sich Hansi Eberbach. „Wir haben uns auch gegen den Favoriten Spvgg. Herten durchgesetzt“, sagt Eberbach. Die Spvgg. kickte damals in der Verbandsliga, der dritthöchsten Klasse.

Die Fusion selbst hat er nur aus der Ferne mitbekommen. „1971 war ich bereits Trainer in Drewer-Süd“, sagt der 79-Jährige. Später kehrte Eberbach aber als Übungsleiter nach Disteln zurück.

In beiden Vereinen mussten die Mitglieder von den Vereinigungs-Plänen überzeugt werden. Letztlich siegte die Vernunft. Es war Liebe auf dem zweiten Blick. Beide Vereine fusionierten 1971 und bündelten so die Kräfte. Die Nachwuchs-Abteilung hatte sich die internationale Jugendarbeit auf die Fahnen geschrieben. Die Distelner stellten später Kontakte zu Vereinen in der damaligen CSSR und Frankreich her.

Entscheidendes Spiel im Waltroper Waldstadion

Die ersten Früchte erntete der SV Vestia bei den Herren bereits 1973. Die erste Seniorenmannschaft spielte auf einem weitaus höheren Niveau, schaffte auf einer Welle der Euphorie den Durchmarsch von der Kreisklasse bis in die Landesliga.


von links: Hermann Wahl (2.Vs), Karl Holthausen 1.VS), Hansi Eberbach, Peter Arns, Heinz-Josef Bzdega,
Willi "James" Thomassen, Heinrich Skibba,
Siggi Psonka, Peter Winter, Peter Engeln, Hansi Psonka,
Hermann Dören
berg, Heinz Maybusch, Dieter Jenhardt

Gerne erinnert sich Siggi Psonka an das entscheidende Aufstiegsspiel beim VfB Waltrop. Dieses verfolgten mehr als 2000 Zuschauer im Waldstadion, darunter natürlich zahlreiche Distelner Anhänger, die sich auf den Weg nach Waltrop gemacht hatten. Den Hebewerkstädtern unter Trainer Rolf Lütkenhaus hätte bereits ein Unentschieden zum Landesliga-Aufstieg gereicht. Dagegen mussten die Distelner, unter Leitung von Hermann Schönbeck, unbedingt gewinnen.

Lange Zeit war’s ein ausgeglichenes Duell, kurz vor dem Ende stand es remis. „Na Siggi, kannst gleich bei uns unterschreiben und dann nächste Saison Landesliga spielen“, foppte VfB-Trainer Rolf Lütkenhaus den Distelner Mittelfeldspieler auf der rechten Außenbahn.

Noch waren aber wenige Minuten zu spielen. Und siehe da: Kurz vor dem Abpfiff gelang Günther Töller tatsächlich noch der entscheidende Siegtreffer für die Gäste. Nach dem Abpfiff kam die Retourkutsche von Psonka. „Na Rolf, kannst bei uns unterschreiben und Landesliga trainieren.“

Ob der SV Vestia Disteln sein Jubiläum noch feiern wird? „Derzeit können wir nichts planen. In Corona-Zeiten müssen wir erst einmal sehen, wie wir als Verein über die Runden kommen. Es ist eine schwierige Lage mit vielen Fragezeichen. Wir planen gerade die kommende Saison. Ich hoffe, dass unsere Sponsoren bleiben“, sagt Peter Postus, der stellvertretende Vorsitzende des SV Vestia Disteln 1912/27.

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