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Der Plan für die Saison steht - in der Theorie

FUSSBALL: Der FLVW-Kreis Recklinghausen präsentiert Eckdaten für eine Fortsetzung der Saison bis zum 13. Juni. Die Vereine haben viele Fragen.

Von Thomas Braucks, Recklinghausen

Auch Andreas Mermann weiß: Der schönste Plan für den Fußball ist für die Katz, wenn das Virus nicht mitspielt. Am Mittwochabend präsentierte der Vorsitzende des Kreisfußballausschusses in einer Videokonferenz seine Vorstellungen für einen Re-Start der Saison. Und schloss mit der Bemerkung: „So könnte es laufen. In der Theorie.“

Sport organisieren: Das geht aktuell nur unter Vorbehalt. Das Interesse der Vereine an den Plänen des Fußballkreises war jedenfalls beachtlich. Knapp 50 Vereinsvertreter schalteten sich online zu.

Andreas Mermann stellte klar: „Wir sind sehr daran interessiert, die Hinrunde in allen Klassen zu Ende zu spielen.“ Fußballkreisvorsitzender Hans-Otto Matthey assistierte: Viele Klubs hätten „investiert“, um ihre Ziele zu erreichen: „Wir wollen kein verlorenes Jahr für den Fußball.“

Sieben Spieltage fehlen

Aus diesem Grund schließt sich der Kreis den Plänen des westfälischen Verbandes an: Im April sollen alle Mannschaften das Training wieder aufnehmen, am Sonntag, 2. Mai, würde die erste Runde mit Pflichtspielen angesetzt. Klappt das, so Andreas Mermann, sei die nötige Quote von 50 Prozent aller Spiele in jeder Klasse im Kreis zu erfüllen.

Überall sind acht Spieltage absolviert, sieben stehen noch aus. Nachholspiele - allein in den beiden Kreisligen A sind es 20 - könnten bis Ende Mai unter der Woche ausgetragen werden. „Damit wären wir am 13. Juni durch und hätten bis zum Saisonende am 30. Juni sogar noch Zeit für Relegationsspiele.“ Wie gesagt: theoretisch.

Kritische bis besorgte Nachfragen der Klubs ließen nicht lange auf sich warten. Hans-Otto Matthey versprach, die Sorgen weiterzutragen an den Verband. „Ich nehme da kein Blatt mehr vor den Mund, meine Jahre sind bekanntlich gezählt.“ Die als Vorsitzender des Fußballkreises Recklinghausen versteht sich: 2022 stellt der 70-Jährige seinen Posten zur Verfügung.

Es geht um viele Details. Was zum Beispiel ist mit Zuschauem? „Ohne können wir nicht anfangen. Wir sind auf die Einnahme angewiesen“, sagte Frank Tollkamp vom FC Marl. Rüdiger Arndt vom SSC Recklinghausen hielt dagegen: „Dürfen wir auch Zuschauer abweisen? Im vergangenen Herbst hatten wir viel Ärger, gerade mit Gästen.“

Wie soll es laufen, wenn die Personenzahl auf einer Anlage limitiert ist? Müssen Zweitmannschaften erst von der Anlage geleitet werden, bevor die „Erste“ auf den Platz darf? Und wenn der Spielbetrieb nur nach negativen Corona-Schnelltests möglich sein sollte? Wer macht die? Und vor allem: Wer zahlt dafür?

Außerdem: Wie steht es um die vielen älteren Helfer ohne Impfschutz? Will der Verband die tatsächlich dem Risiko aussetzen? Ohne sie geht es in vielen Klubs aber nicht. Fragen, auf die am Ende wohl der westfälische Verband und die Politik eine Antwort geben müssen.

„Alles nur Flickschusterei“

Bruno Ruch, Geschäftsführer der Sportfreunde Stuckenbusch, zweifelte am Ende am großen Ganzen. „Meine Hoffnung ist, dass wir im Sommer so weit sind, die nächste Saison richtig anpacken zu können. Das jetzt ist doch alles nur Flickschusterei“, meinte der ehemalige Vorsitzende des Kreissportgerichts. „Warum spricht keiner ernsthaft über eine Annullierung?“

Junioren: Weniger Pflichtspiele

  • Der Spielbetrieb der Junioren wird auf Kreisebene eingeschränkt, kündigt Dominik Lasarz, Vorsitzender im Kreisjugendausschuss, an.
  • Pflichtspiele bestreiten nur noch D- bis A-Junioren - und zwar in den Klassen, in denen es um den Aufstieg zur Bezirksliga geht. Alle anderen können Freundschaftsspiele verabreden.

 

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