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Fragen zur Regionalkonferenz West zum Projekt "Neuer DFB & seine Akademie"

Sehr geehrter Herr Korfmacher,

vielen Dank für das Erinnerungsschreiben vom 16.11.2017 und der Aufforderung , dass konkrete Fragen zur o. g. Thematik im Vorfeld der Regionalkonferenz zur Verfügung gestellt werden sollen.

Voraussetzung für konkrete Fragen ist natürlich auch im Vorfeld eine konkrete Vorinformation damit auf wichtige Detailpunkt eingegangen werden kann. Leider ist dieses nicht erfolgt. So nehmen wir mit, dass wir über folgende Themen aktiv in die weiteren Arbeitsprozesse eingebunden werden sollen:

  • Neuer DFB & seine Akademie
  • Aufstiegsregelung zur 3. Liga
  • Zusatzvereinbarung zum Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL

Wenn ich den Zeitplan richtig versteht, dann soll auf der Regionalkonferenz am 27.11.2017 zum ersten Mal umfassende Informationen zu diesen Themenpunkten vorgestellt und diskutiert werden. Am 08.12.2017 soll dann auf dem außerordentlichen DFB-Bundestag in Frankfurt über diese Themen ein Beschluss gefasst werden. Daraus schließe ich, dass sich die aktive Einbeziehung in die weiteren Arbeitsprozesse im Vorfeld der Entscheidungsfindung auf 10 Tage beschränken. Ein durchaus sportlicher Zeitraum für einen Meinungsbildungsprozess und um dann im Sinne der Basis, die ja vertreten werden soll, Abstimmen zu können.

Anbei einige Fragen, die natürlich nicht abschließen sind. Wir könnten uns vorstellen, dass es nach Bekanntgabe weiterer Informationen auch weitere, durchaus konkretere Fragestellung gibt. Aus diesen Gründen halten wir den vorgelegten Zeitrahmen der Wichtigkeit der Themen geschuldet für nicht angemessen.

DFB-Akademie

  • Welche Delegierte vertreten uns auf dem DFB-Bundestag?

  • Wie erfolgt die Einholung des Meinungsbildung der im Verband vertretenden Vereine?

  • Welche Vor- und Nachteile hat der Bau einer zentralen DFB-Akademie in Frankfurt?

  • Wer soll / kann die Akademie nutzen?

  • Welche konkreten Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten haben die über 25.000 Amateurvereine?

  • Wie erfolgt die Finanzierung, woher kommen die finanziellen Mittel?

  • Mit welchen Folgekosten für z. B. Wartung, Instandhaltung, Bewirtschaftung, Energie, Personal…….ist zu rechnen?

  • Wie ist dabei das Verhältnis zwischen Verwaltung und Akademie?

  • Wie verhalten sich diese Kosten z. B. zu den bestehenden Kosten für die Verwaltung und die dezentralen Sportschulen (Mehrkosten / Einsparungen)?

  • Wie sollen etwaige Mehrkosten getragen werden?

  • Hat dieses Auswirkungen auf die Basis (Landes- und Regionalverbände, Kreise, Vereine)?

  • Bei großen Bauprojekten in der Vergangenheit bestehen die Erfahrungen, dass die angesetzten Baukosten selten eingehalten werden und mit wesentlich höheren Kosten zu rechnen ist. Wie wird in einem solchen Fall mit den Kosten verfahren? Wer trägt diese? Besteht die Gefahr, dass die einzelnen Landesverbände diese Kosten mittragen müssen oder aber mit „Sparmaßnahmen“ für die Amateure zu rechnen ist?

  • Wie wirkt sich der Bau einer zentralen Akademie auf die Auslastung und finanzielle Basis der Sportschulen in den Länder aus?

  • Wie sollen die bestehenden Sportschulen in Zukunft ausgelastet werden?

  • Wird die finanzielle Basis von Sportschulen, die nach unseren Informationen nicht gerade besonders gut ist,  gefährdet?

  • Ist mit der Schließung von Sportschulen zu rechnen?

  • Ist mit höheren Verbandsabgaben für die Amateure zu rechnen?

Grundlagenvertrag

  • Warum liegt der Grundlagenvertrag und die Zusatzvereinbarung nicht allen Delegierten zur Kenntnis zur Verfügung damit auf dieser Grundlage konkrete Fragen gestellt werden können?

  • Warum wurden die Delegierten des DFB-Bundestag 2016 vor der Abstimmung der Verlängerung des Grundlagenvertrages (Laufzeit und Festlegung der Vertragsinhalte bis 2023) nicht über die schon seit 2013 bestehende Zusatzvereinbarung mit der Deckelung der Beträge informiert?

  • Ist eine Beschlussfassung ohne Kenntnis der Inhalte und Auswirkungen der Zusatzvereinbarung überhaupt rechtskräftig?

  • Warum wurde der Pachtzins von 3% (Zahlungsfluss von DFL zu DFB) nach §4 Abs. 1 des Grundlagenvertrages aufgrund der gewaltigen Gewinnentwicklung der DFL (12 Rekordumsatz in Folge, Steigerung des Umsatzes von z. b. 2002 / 2003 1,15 Mrd. € auf 2015 / 2016 3,24 Mrd. €, in 2018 wahrschein über 4 Mrd. €) nicht nach oben angepasst? Der Grundlagenvertrag lässt diese Anpassung nach §11 zu.

  • Warum wird der Pachtzins von 3% durch den Zusatzvertrag auf Erlöse von höchstens 866.66 Millionen € begrenzt? Angesichts der Tatsache, dass alleine die TV-Rechte ab 2017 ein Volumen von über 1 Mrd. € haben wird mit steigender Tendenz wird der tatsächliche Pachtzins weit unter 3% liegen. Wir bitten um Bekanntgabe der tatsächlichen Zahlen und Zahlungsflüsse.

  • Das Nutzungsentgelt von 3% (tatsächlich ja viel weniger)  ist nach §4 Abs. 3 insbesondere für die gemeinsame Jugend- und Amateurförderung, sowie zur Wahrnehmung sozialer und gesellschaftspolitischer Aufgaben. Wieso wird diese Entgelt , dass u. a. für die gemeinnützigen Tätigkeiten, für Landes- und Regionalverbände, für Kreise und Vereine eine wichtige Grundlage bilden sollen, im Rahmen des Zusatzvertrages mit den nach §5 Abs. 3 vom DFB an die DFL zu zahlenden Einnahmen aus der Vermarktung der A-Nationalmannschaft verrechnet?

  • Ist diese „Verrechnung“ eines gemeinnützigen Bereiches mit den Einnahmen aus dem Profibereich nicht steuerlich (hier fehlt uns leider das Fachwissen) und vor allen aus ethischen und gesellschaftlichen Gründen mehr als bedenklich?

  • Der prozentuale Anteil der Einnahmen aus der Vermarktung der A-Nationalmannschaft, der vom DFB an die DFL zu zahlen ist soll nach §5 Abs. 3 zwischen 15% und 30% der Einnahmen betragen und ist nach unserem Wissensstand auf 25% festgelegt worden. Warum wird dieser Anteil (Zahlungsfluss DFB zu DFL) so hoch angesetzt während der Pachtzins nach Begrenzung durch die in 2013 eingeführten und bis dato geheim gehaltene Obergrenze bei weit unter 3% (Zahlungsfluss DFL zu DFB)  liegt.

  • Wie werden die Delegierten des außerordentlichen Bundestages über die Inhalte und Auswirkungen informiert, damit diese sich ein neutrales Bild der Vereinbarungen machen können?

  • Welche Gelegenheit haben die Delegierten bei diesen äußerst wichtigen Fragestellungen und Entscheidungen, ihre Erkenntnisse mit den Vereinen, deren Interessen sie vertreten sollen, zu diskutieren?


Sehr geehrter Herr Korfmacher, wir können uns vorstellen,  dass es noch viele weitere Fragestellungen der Basis des deutschen Fußballs gibt, die es zu stellen und beantworten gilt. Ein offener, transparenter Dialog zum Wohle und zur Erhaltung der Zukunftsfähigkeit einer sowohl Leistungsstarken als auch sozialgeprägten Fußball-Landschaft halten wir für dringend erforderlich. Wir sind auch gerne bereit, unseren kleinen, bescheidenen Beitrag dazu zu leisten.

 

Mit besten Grüße

 

Peter Postus


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