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Rettet die Amateurvereine

Weiterer Brief an Vorsitzenden der Ethikkommission

Engelbert Kupka, Witneystr. 1, 82008 Unterhaching

 An den Vorsitzenden

der Ethikkommission des DFB Herrn Bundesminister a.D. Dr. Klaus Kinkel

Hermann-Neuberger-Haus Otto-Fleck-Schneise 6

60528 Frankfurt am Main

Unterhaching, 11.10.2017

Aktionsgemeinschaft „Rettet die Amateurvereine“;
Antrag an die Ethikkommission des DFB vom 04.08.2017

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Dr. Kinkel,

am 04.08.2017 habe ich Ihnen im Namen der Aktion „Rettet die Amateurvereine“ einen umfangreich begründeten Antrag zur Prüfung durch die Ethikkommission vorgelegt.

Am 10.08.2017 erhielt ich von Ihrem Büro per E-Mail die Bestätigung des Eingangs der Unterlagen. 

Seither habe ich keine Nachricht über die vorgesehene Behandlung unseres Antrags erhalten.

Über Journalisten erfuhr ich nun, dass Sie unseren Antrag zur Stellungnahme an den DFB weitergeleitet haben.

Zwar handelt es sich vorliegend nicht um einen prozessualen Verfahrensweg. Dennoch sollte auch in diesem Falle den beteiligten Parteien mitgeteilt werden, wie der Stand des Verfahrens  ist und welche Verfahrensschritte geplant sind.

Wie wir nun aus den Medien erfahren konnten, sollen auf einem außerordentlichen Bundestag am 08.12.2017 die nach unserer Auffassung bislang ungültigen Beschlüsse zum Grundlagenvertrag wiederholt werden.

Da nur Organe des DFB antragsberechtigt sind und zudem wegen der vorgesehenen Terminierung die Antragsfrist schon jetzt nicht mehr eingehalten werden kann (§ 27 DFB-Satzung), ist davon auszugehen, dass auch diese Beschlüsse nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden können.

Zudem werden voraussichtlich auch wieder die Vertreter der DFL über den Grundlagenvertrag und die sogenannte Zusatzvereinbarung und damit die unrechtmäßige Verrechnung der nach § 5 Abs. 3 an die DFL abzuführenden Beträge mit den Pachtzinsen (S. 7 unseres Antrags samt Anlage A21) mit abstimmen. Die in der Pressemitteilung des DFB bekannt gegebene Einigung mit der DFL ist ein eindeutiges Indiz hierfür.

Um die Delegierten nicht nur von Seiten des DFB-Präsidiums im Plenum darüber aufzuklären, worüber sie abzustimmen haben, bitte ich Sie, den DFB zu veranlassen, uns rechtzeitig vor dem 8. Dezember die Anschriften der Delegierten mitzuteilen, damit wir diesen den an die Ethikkommission gestellten Antrag zustellen können. Bisherige Bitten wurden mit dem Hinweis auf Datenschutz abgewiesen.

Erlauben Sie mir noch folgenden Hinweis.

Selbst wenn die Delegierten allen Vorschlägen des Präsidiums zustimmen sollten, werden dadurch die Verfehlungen der Vergangenheit in keiner Weise geheilt. Zudem steht nach wie vor das strafrechtlich relevante Vorgehen (Untreue) im Raum, das weder durch Beschlüsse des DFB-Präsidiums, noch die des Bundestages geheilt werden kann.

 

Mit freundlichen Grüßen

Engelbert Kupka

Sprecher der Aktionsgemeinschaft „Rettet die Amateurvereine“

DFB-Bundestag zum Bau der Akademie - Fragen zur Sache

Hallo Hans-Otto,

der Hertener Allgemeinen vom 07.10.2017 entnehmen wir, dass es am 08.12.2017 einen außerordentlichen DFB-Bundestag geben wird bei dem über dem Bau der DFB-Akademie abgestimmt werden soll. Laut Presseartikel erwartet man eine positive Abstimmung.

Leider müssen wir wieder mal  feststellen, dass die ja so wichtige Basis des deutschen Fußballs solche Informationen von der Presse erfahren muss. Nach unserem Wissensstand hat es im Vorfeld noch keine Information für die über 25.000 Amateurvereine zu diesem Termin und zu den Vor- und Nachteilen der Errichtung einer zentralen DFB-Akademie gegeben.

Wie so ein Meinungsbild entstehen kann, auf dessen Grundlage dann die Delegierten  abstimmen können, entzieht sich unserer Kenntnis.  Bei einem Bauvorhaben, bei dem zur Zeit von einem Investitionsvolumen von 145 Millionen Euro ausgegangen wird halten wir es für unumgänglich, dass die Basis im Vorfeld der Abstimmung mehr Informationen erhält und auch Gelegenheit bekommt, Fragen zu stellen.

Da wir keine Informationen haben, welche Delegierte den Kreis Recklinghausen vertreten möchten wir Dir gerne als Kreisvorsitzender einige, gewiss nicht abschließende, Fragen zukommen lassen mit der Bitte um Klärung und Rückmeldung. Zusätzlich haben wir die Bitte, die Fragen und Informationen zu der Thematik an die Vereine im Kreis zu verteilen und diese in einem Dialog mit einzubinden.

Anbei unsere ersten Fragen:

  • Erfolgen vor der Abstimmung noch frühzeitig umfangreiche Informationen zur Meinungsbildung ?
  • Welche Delegierte vertreten uns auf dem DFB-Bundestag?
  • Wie erfolgt die Einholung des Meinungsbildung der im Kreis vertretenden Vereine?
  • Welche Vor- und Nachteile hat der Bau einer zentralen DFB-Akademie in Frankfurt?
  • Wer soll / kann die Akademie nutzen?
  • Welche konkreten Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten haben die über 25.000 Amateurvereine?
  • Wie erfolgt die Finanzierung, woher kommen die finanziellen Mittel?
  • Mit welchen Folgekosten für z. B. Wartung, Instandhaltung, Bewirtschaftung, Energie, Personal…….ist zu rechnen?
  • Wie ist dabei das Verhältnis zwischen Verwaltung und Akademie?
  • Wie verhalten sich diese Kosten z. B. zu den bestehenden Kosten für die Verwaltung und die dezentralen Sportschulen (Mehrkosten / Einsparungen)?
  • Wie sollen etwaige Mehrkosten getragen werden?
  • Hat dieses Auswirkungen auf die Basis?
  • Bei großen Bauprojekten in der Vergangenheit bestehen die Erfahrungen, dass die angesetzten Baukosten selten eingehalten werden und mit wesentlich höheren Kosten zu rechnen ist. Wie wird in einem solchen Fall mit den Kosten verfahren? Wer trägt diese? Besteht die Gefahr, dass die einzelnen Landesverbände diese Kosten mittragen müssen oder aber mit „Sparmaßnahmen“ für die Amateure zu rechnen ist?
  • Wie wirkt sich der Bau einer zentralen Akademie auf die Auslastung und finanzielle Basis der Sportschulen in den Länder aus?
  • Wie sollen die bestehenden Sportschulen in Zukunft ausgelastet werden?
  • Ist mit der Schließung von Sportschulen zu rechnen?
  • Wird die finanzielle Basis von Sportschulen, die nach unseren Informationen nicht gerade besonders gut ist,  gefährdet?
  • Ist mit höheren Verbandsabgaben für die Amateure zu rechnen?

Es gibt bestimmt noch weitere wichtige Fragestellungen und weitere Aspekte des Für – und Wider. Diese können aber nur gestellt und beantwortet werden, wenn die Thematik in einem offenen Dialog mit allen Beteiligten besprochen wird. Leider ist mal wieder keine Transparenz zu spüren. Ist diese überhaupt gewünscht? Eine Abstimmung ohne einen Dialog mit der Basis wäre ein Schlag ins Gesicht aller ehrenamtlich in den Vereinen tätigen Personen. Hier und jetzt kann der DFB zeigen, dass die Kampagne „Unsere Amateure – Echte Profis“ nicht nur ein Lippenbekenntnis war. Der SV Vestia Disteln ist gerne bereit einen Beitrag zum Dialog zu leisten.

Beste Grüße

Peter

Schreiben an die Ethikkommision vom 11.9.2017

Unterhaching, 11.09.2017

Aktionsgemeinschaft „Rettet die Amateurvereine“; Antrag an die Ethikkommission des DFB

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Dr. Kinkel,
sehr geehrte Damen und Herren,

in der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 02./03.09.2017 wurde ausführlich über die intransparenten Geldflüsse zwischen DFB und DFL berichtet.


Die Recherchen der SZ entsprechen genau dem, was wir seit über einem Jahr gegenüber dem DFB moniert haben, ohne bis heute eine Antwort zu erhalten.

Auch wenn man weiterhin die Vorgänge schön zu reden oder gar zu verschleiern sucht, ist jetzt eine breite öffentliche Diskussion nicht mehr zu vermeiden. Auch DIE ZEIT wird demnächst ausführlich berichten.

Sehr geehrter Herr Dr. Kinkel, sehr geehrte Damen und Herren, den Antrag vom 04.08.2017 an die Ethikkommission habe ich bisher nicht an die Medien weitergeleitet. Mir war daran gelegen, dass der Kommission die Unterlagen einige Wochen vor der Presse vorliegen.

Aufgrund der oben genannten Veröffentlichungen und der Nachfrage von Journalisten werde ich nunmehr die Unterlagen an die Presse weiterleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Engelbert Kupka
Sprecher der Aktionsgemeinschaft „Rettet die Amateurvereine“

Schreiben an die Ethikkommision vom 7.8.2017

Unterhaching, 07.08.2017

Sehr geehrter Herr Dr. Kinkel,

mit diesem Schreiben wende ich mich nicht an Sie als den Vorsitzenden der Ethikkommission, sondern als einen unserer großen und stets für klare Aussagen bekannten Politiker in Deutschland.

Am 05./06.08.2017 titelte die Süddeutsche Zeitung auf Seite 3:

Ende der Spielzeit

Der Profifußball hat sich schon lange von allen ethischen Werten entfernt. Neu ist aber die Entschlossenheit, mit der er sich auf die dunkle Seite zubewegt.

Jetzt nach dem geradezu unmoralischem Transfer für einen Spieler beginnt man zu begreifen, dass sich „der Profifußball von den ethischen Werten und zivilgesellschaftlichen Errungenschaften endgültig und umfassend gelöst hat“ (so die SZ).

Wir haben seit langem auf diese Entwicklungen hingewiesen, die jetzt auch den deutschen Fußball mehr und mehr zu erfassen drohen.

Ich darf diesem Schreiben drei Stellungnahmen vom Vereinsvorsitzenden beifügen, die ich in diesen Tagen erhalten habe und die diese Sorgen nochmals zum Ausdruck bringen.

Der Fußball in Deutschland hat eine Chance die Menschen auch in Zukunft zu begeistern, wenn er wieder an Werte anknüpft, die bei den Amateurvereinen noch zum Alltag gehören:

  • Engagement für andere, ohne zu fragen, was ich dafür bekomme.
  • Fairness auf dem Spielfeld und im Alltag.
  • Offenheit und Transparenz. Mitreden aber auch zuhören.
  • Sportliche Erfolge nicht nur an Geld und Investoren festmachen,
    sondern als Gemeinschaftsleistung mit einer intensiven Jugend- und
    Integrationsarbeit begreifen.
  • Zeigen, dass niemand so stark ist, dass er keinen anderen braucht und
    niemand so schwach, dass er nicht auch anderen helfen kann.
  • Persönlichkeitsbildung, weil es nicht nur ein Leben neben, sondern vor
    allem auch nach dem Fußball gibt.

Sehr geehrter Herr Dr. Kinkel, ich hoffe, dass ich Ihnen die Sorgen und Probleme der Amateure etwas näher bringen konnte. Wir dürfen es künftig nicht mehr zulassen, kritiklos Fehlentwicklungen als unabänderlich hinzunehmen.


Mit freundlichen Grüßen

Engelbert Kupka
Sprecher der Aktionsgemeinschaft „Rettet die Amateurvereine“

Presseerklärung zum Antrag an die Ethikkommission

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Aktion „Rettet die Amateurvereine“ hat am 04.08.2017 einen umfangreich begründeten Antrag bei der Ethikkommission des DFB eingereicht.

Der Eingang wurde bestätigt. Ansonsten liegen uns noch keine Reaktionen vor.

Aufgrund der neusten Presseberichte zum Grundlagenvertrag und die intransparenten Vorgänge zwischen DFB und DFL darf eine breite öffentliche Diskussion nicht mehr länger verhindert werden.

Die Art und Weise, wie z.B. der DFB-Vizepräsident Dr. Koch gegenüber Vereinen in Verbandsworkshops oder Versammlungen auftritt, zeigt, dass unsere Führungsspitze den Boden unter den Füßen verloren hat.

Der Hinweis, dass die Vereine gegen den Grundlagenvertrag ohnehin nichts machen könnten, weil nur die Landesverbände ein Klagerecht hätten, zeigt, wie unbeeindruckt man von den kritischen Fragen und Protesten der Basis ist.

Dabei wird übersehen, dass es neben DFB-Statuten noch ein deutsches Zivil- und Strafrecht gibt.

Das betrifft sowohl die Gültigkeit von Beschlüssen beim DFB-Bundestag, wie auch die intransparenten Geldtransaktionen zwischen DFB und DFL.

Jetzt wird es sich zeigen, ob die Ethikkommission Ihrem Auftrag gerecht wird, „Im Verband Strukturen zu schaffen, die das Risiko erneuter Verfehlungen verringern“ (DFB-Journal 04/2016; Seite 20).

Wir werden jedenfalls nicht ruhen, bis den vom DFB postulierten Werte wie „Qualität, Objektivität, Respekt, Vielfalt, Ehrlichkeit, Fairness, Transparenz, Solidarität und Integrität“ (DFB-Journal wie oben) Rechnung getragen wird.

Mit freundlichen Grüßen und besten Dank für die bisherige Unterstützung

Engelbert Kupka
Sprecher der Aktion „Rettet die Amateurvereine“


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